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Schnell, aufgeräumt und übersichtlich

Aus 7 oder 8 mach Windows 10

Technologie Am 29. Juli 2015 hat Microsoft Windows 10 veröffentlicht. Dieses bietet Nutzern neue wie auch altbekannte Features. Doch lohnt sich bereits ein Upgrade?

Fabio Schönholzer

Fabio Schönholzer

Mit dem neuen Windows steht für Microsoft doch einiges auf dem Spiel. Mit gerade mal 16 Prozent Anteil auf dem PC-Markt bei Privat- wie auch Businesskunden war der Vorgänger Windows 8 ein Flop. Auch die Übernahme von Nokia mit der Auslegung auf stärkere Präsenz im Mobilemarkt mit Windows-Smartphones liess zu wünschen übrig.

Das Resultat: Milliarden-Abschreiber und Spott der Branche. Auf Windows 10 liegt darum viel Gewicht, weswegen Microsoft glatt darauf verzichtet hat, das neue Betriebssystem Windows 9 zu nennen.
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Schnell, aufgeräumt und übersichtlich

Mit Windows 10 wird die klassische Desktopoberfläche von der Version 7 mit der verbesserten Touchscreen-Bedienung und stylischen Designelementen der Version 8 vereint. Das Resultat ist ein übersichtliches und schlankes Betriebssystem, das selbst auf älteren Rechnern noch gute Performance liefert.

Wieder mit dabei: das altbekannte Startmenü, aufgefrischt mit dem Kachel-Design von Windows 8. Dieses ist jetzt jedoch besser skalierbar und kann mit eigens erstellten Gruppen auch wunschgemäss aufgeteilt werden.

Mit virtuellen Desktops kann man die Arbeitsfläche auf dem Bildschirm erhöhen, indem man beispielsweise auf der ersten Oberfläche mit Word arbeitet und auf der zweiten PDF-Dateien mit Hintergrundinformationen abrufen kann. So aufgeteilt, bleiben die Desktops auch bei einer Vielzahl von geöffneten Dateien sehr übersichtlich.

Neu gibt es im Explorer unter der Rubrik «Schnellzugriff» eine Auflistung der zuletzt verwendeten Dateien und Ordner. Zusammen mit der in Windows 10 integrierten Cloudlösung «OneDrive», welche ähnlich wie der Konkurrent von Dropbox erlaubt, Dateien in der Cloud abzuspeichern, gehen aktuelle Dokumente oder Ordner kaum verloren.

Wo ist Cortana?cortana-windows-10

Eines der neuen Features ist die intelligente Sprachassistentin Cortana: Ähnlich wie Apples Siri reagiert sie auf Spracheingabe und kann unter anderem auf den persönlichen Kalender zugreifen und auch Fragen beantworten.

Dazu greift sie auf die Microsoft-Suchmaschine «Bing» zurück, die aber nicht immer mit grandiosen Resultaten glänzt. Datenschützer dürften an Cortana keine grosse Freude haben, da sie für eine optimale Funktionsweise jederzeit Zugriff auf viele persönlichen Daten haben muss. Hierzulande müssen sich Windows-Nutzer noch etwas gedulden, bis sie mit Cortana plaudern können. Cortana wird hierzulande erst zu einem späteren, nicht weiter ausgeführten Zeitpunkt erscheinen.

Das neue Windows ist gratis

Privatnutzer von Windows 7 und 8 erhalten das Upgrade auf die neue Version kostenlos. Ist der eigene PC oder Laptop für ein Upgrade geeignet, erscheint in der Taskleiste ein Hinweis von Microsoft. Klickt man darauf, kann man das Betriebssystem herunterladen.

Die Enterprise-Editionen für Firmenkunden der Vorgängerversionen sind jedoch bislang vom Gratisupgrade ausgeschlossen. Für sie bietet Microsoft spezielle Servicelösungen, die ein Upgrade ermöglichen.

Auf weitere Updates warten

Insbesondere Unternehmen ist vorerst noch von einem Betriebssystemwechsel abzuraten. Dazu gibt es ein traditionelles Sprichwort, das auch hier wieder greift: «Ein Update erst nach Servicepack 1». Mit einem solchen Updatepaket werden auch die ersten Kinderkrankheiten von Windows 10, von denen so manche vermutlich gar noch nicht aufgedeckt sind, ausgemerzt sein. Weiter muss auch gewährleistet sein, dass bislang verwendete Software auch mit dem neuen Windows funktioniert. Ein Umstieg sollte nur gut geplant in Angriff genommen werden. Denn nur so kann garantiert werden, dass auch mit der Versionsnummer 10 alles richtig läuft.

Für Computerfans und Bastler ist ein solches Upgrade jedoch eine spassige Angelegenheit und ein interessanter Einblick in das zurzeit modernste Betriebssystem auf dem Markt.