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Die Datenmenge ist nicht verarbeit und vorstellbar.

Big Data: die Datenwelle gewinnbringend nutzen

Technologie Die Herausforderung der Unternehmen liegt darin, die immer gewaltiger werdende Datenflut zu analysieren und in der Marktbearbeitung gewinnbringend einzusetzen. Wie ist das zu schaffen?

Miriam Dibsdale

Der Begriff «Big Data» ist kontinuierlich im Wandel und wird in der IT-Branche als Bezeichnung «überdachend» für verschiedene Bereiche verwendet. Grundsätzlich sind damit Daten gemeint, die so gross und komplex sind, dass man sie nicht mehr mit der klassischen Datenverarbeitung auswerten kann.

Andererseits meint man mit Big Data auch die Technologien, die zum Sammeln und Auswerten dieser Datenmengen verwendet werden. Die gesammelten Daten können dabei querbeet aus allen Quellen stammen: Angefangen bei der elektronischen Kommunikation, über die von Behörden und Firmen gesammelten Daten, bis hin zu den Aufzeichnungen verschiedenster Überwachungssysteme.

Explodierende Datenmengen weltweit

Überall da, wo Menschen digitale Spuren hinterlassen, werden Daten gesammelt und gespeichert. Allein Google sammelt pro Tag unvorstellbare 24 Petabyte an Daten (das sind eine Million Gigabytes). Auf Facebook werden pro Stunde mehr als zehn Millionen Fotos hochgeladen und pro Tag etwa drei Milliarden Kommentare oder «Gefällt mir»-Klicks abgegeben. Und die über 800 Millionen Nutzer von Youtube laden pro Sekunde Videos in der Länge einer Stunde hoch. Der jüngste, grosse Social-Media-Kanal schliesslich, Twitter, spuckt jeden Tag gegen eine Milliarde Tweets aus.

Diese Zahlen lassen erahnen, dass die Datenmenge weltweit so rasant steigt, dass sie nicht mehr zu verarbeiten ist und auch unser Vorstellungsvermögen längstens übersteigt.

Server room interior in datacenter

Zunehmendes Interesse bei den Unternehmen

Es liegt auf der Hand, dass sich Unternehmen zunehmend für Big Data interessieren. Grund dafür sei gemäss einer Studie vom US-Marktanalysten Forrester, dass die Unternehmen die Datenanalyse nicht nur als exotisches Phänomen wahrnehmen, sondern sich zunehmend fragen, wie sie Big Data gewinnbringend einsetzen könnten.

Aber solche Möglichkeiten auszuloten bedeutet auch, sich durch einen konfusen Mix ganz unterschiedlicher Technologien zu navigieren, die sich schneller verändern, als irgendwer erwartet hätte,

schreibt Brian Hopkins von Forrester, einer der Autoren des Reports.

Big Data trägt zu vielen Zielen bei

Je nach Branche und Unternehmen wird Big Data für verschiedenste Zielsetzungen eingesetzt. Im Handel steht die Steigerung des Umsatzes im Vordergrund, die durch die Verknüpfung von internen und externen Daten erreicht werden kann. Bei Banken und Versicherungen ist die Erkennung von Compliance-Problemen, vornehmlich im Zusammenhang mit Betrugsversuchen, eines der wichtigsten Ziele der Nutzung. Aber auch Staumeldungen basieren auf Big Data.

Das Bundesamt für Strassen (Astra) nutzt dafür die Datenbasis der Swisscom: Diese besteht aus den aktuellen, aber anonymisierten Positionsdaten der Mobiltelefone von Swisscom-Kunden. Daraus lässt sich erkennen, wo der Strassenverkehr mit welcher Geschwindigkeit fliesst und wo der Stau entsteht.