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Wegen der Frankenstärke sehen besonders exportorientierte KMU von Investitionen ab.

Was die KMU beschäftigen

Leadership Der Standortfaktor Schweiz ist für KMU weiterhin attraktiv. Sorgen bereiten jedoch die regulatorischen Rahmenbedingungen und die Frankenstärke. Diese Themen können auch im Wahlkampf noch eine Rolle spielen.

Fabio Schönholzer

Fabio Schönholzer

Die Schweiz, das Land der KMU: 99 Prozent der hiesigen Firmen sind kleine und mittlere Unternehmen und stellen knapp zwei Drittel der hiesigen Arbeitsplätze. KMU sind darum auch eine wichtige Zielgruppe für die Politik, denn aktuell blicken diese Unternehmen in eine unsichere Zukunft.

Starker Franken und Regulierung vermindern Investitionen

Besonders stark wirkt sich dabei die Frankenstärke auf die Geschäftstätigkeit der KMU aus. Dies besagt die diesjährige KMU-Befragung der Credit Suisse. Der starke Franken schätzen die Unternehmen als schwieriger zu verkraften als die Aufwertungen in den Jahren 2010 und 2011. 40 Prozent der befragten Unternehmen erwarten als Folge Umsatz- und Margeneinbussen, und 30 Prozent rechnen sogar mit einem Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit. Unter Druck würden dabei besonders KMU aus der Industrie und dem Handel stehen.

Obwohl rund 72 Prozent der befragten Unternehmen an ihren aktuellen Investitionstätigkeiten festhalten, beabsichtigen 20 Prozent, diese zu reduzieren. Wegen der Frankenstärke sehen besonders exportorientierte KMU von Investitionen ab.

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Auch Gesetze und Vorschriften wirkten für ein Drittel der KMU als investitionshemmend. Im Zeitraum zwischen 2009 und 2014 konnten knapp 60 Prozent wesentliche Investitionsprojekte nicht wie gewünscht ausführen, weil sie entweder durch ungenügende Nachfrage, wirtschaftliche und politische Unsicherheit, Regulierung, Fachkräftemangel oder ¬– wenn auch deutlich seltener – durch fehlende Finanzierung behindert wurden.

Nicht alles ist dunkel

Die diesjährige KMU-Befragung der Credit Suisse zeigt dabei aber auch positive Entwicklungen: Die Unternehmen beurteilen auch dieses Jahr die Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit als erfolgsfördernd. Einen besonders positiven Einfluss auf den Geschäftserfolg sehen sie dabei in der guten Infrastruktur und der hohen Qualifikation der Mitarbeiter.

FDP erneut vorne

Für die Anliegen der KMU scheinen erneut die Liberalen an der Spitze zu stehen. Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts gfs.bern gilt die FDP als erste Wahl für KMU-Interessen, weil sie die aktuelle Stimmung der kleinen und mittleren Unternehmen gut einfange und gut aufgestellt sei, um Lösungsbeiträge zu finden.

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Als Gründe für den Entscheid, die FDP zu unterstützen, wurden Unzufriedenheit mit den gesetzlichen Vorgaben, hohe Glaubwürdigkeitswerte bei economiesuisse und bei Bundesrat Dider Burkhalter genannt.

Als erste Alternative nach der FDP konnte sich in der Umfrage die SVP positionieren.