ergonomie

Keine Ablekung von der Arbeit mehr, dank Schmerzfreiheit.

Ergonomie: Gesundheit am Arbeitsplatz fördern

Gesundheit Überlastung, Bewegungsmangel und Stress nehmen weiter zu. Zukünftig kann es wettbewerbsentscheidend sein, ob die Arbeitsumgebung gesundheitsfördernd und altersgerecht gestaltet ist: Denn die Mitarbeitenden sind die wichtigste Ressource.

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Ein ungünstig ausgestatteter Arbeitsplatz kann Beschwerden bei Augen, Nacken, Rücken, Handgelenken oder Kopfschmerzen verursachen. Denn der wiederholte Griff zur Maus, eine falsche Haltung sowie die ständig gleiche Lage des Handgelenks an der Tastatur belasten den Körper. Zudem ist stundenlanges, nahezu unbewegliches Sitzen pures Gift. Bereits nach zwei Stunden sind die Muskeln mit Sauerstoff unterversorgt und sie verkrampfen. Zusätzlich degenerieren langfristig die Bandscheiben.

Leider bietet der Feierabendsport zu wenig Ausgleich für die Büroarbeitenden, wie neuere Studien belegen. Was wirklich nützt: Ein ergonomisch eingerichtetes Büro und die Angewohnheit, die sitzende Tätigkeit immer wieder zu unterbrechen.

Stuhl, Tisch und Co.

Ein ergonomischer Arbeitsplatz passt sich dem Benutzenden an. Dies wirkt Fehlhaltungen und Überbelastung entgegen. Geschont werden Bänder, Bandscheiben, Gelenke und Muskeln. Was gehört zu einem gesunden Büroarbeitsplatz? Die «EKAS-Box», ein interaktives Online-Informationsmittel der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS zur Prävention im Büro, zeigt einfach und unterhaltend wie es geht. Das A und O ist einstellbares Mobiliar.

Schmerzen wegen ungedunem Arbeitplatz

Der ideale Stuhl hat eine bewegliche, höhenverstellbare Rückenlehne oder eine Lordosenstütze. Die Höhe kann eingestellt und die Sitzfläche verschoben werden. Vorteilhaft ist ein Bürotisch, der sich sowohl als Steh- als auch als Sitzpult eignet und sich in der Höhe regulieren lässt. So kann zwischen sitzender und stehender Tätigkeit gewechselt werden. Als perfekte Höhe gilt: wenn die Tischplatte eine Linie mit dem Ellenbogen bildet. Weder kaltes noch spiegelndes Material taugt für die Tischplatte. Die Masse betragen 160 auf 80 Zentimeter. Darauf lassen sich bequem Computer, Tastatur, Telefon usw. platzieren.

Eine Handauflage entlastet Hände, Arme und Schultern beim Tippen. Die Stärke der Leuchte sollte angepasst werden können und blend- sowie flimmerfrei sein. Dienlich ist neutrales oder warm-weisses Licht für die Bildschirmarbeit. Dafür wird ein matter Bildschirm empfohlen, der sich in der Höhe verstellen und bis auf die Tischplatte neigen lässt.

Geringer Aufwand bringt beschwerdefreies Arbeiten

Die Suva schlägt unter anderem vor, Papiere auf eine schräge Dokumentauflage zwischen Tastatur und Bildschirm zu legen. Das erlaubt eine bessere Haltung. Ein Headset garantiert die Bedienung der Maus und Tastatur bei gleichzeitigem Telefonieren. Das hilft Nackenverspannungen zu vermeiden.

Ab dem 40. Lebensjahr lässt die Sehkraft nach. Durch eine PC-Brille mit Indoor-Gleitsichtgläsern wird eine verringerte Sehschärfe ausgeglichen. Dank korrigierter Sehkraft wird der Nacken wieder gerade gehalten, was Nackenschmerzen reduziert. Angenehm und erholsam sind kurze Pausen für die Augen, während denen circa fünf Minuten etwas anderes als der Bildschirm angeschaut wird.

Bewegung bei der Arbeit

Bei älteren oder sehschwachen Personen erhöht sich der Bedarf an Licht. Für sie ist die Kombination von Tages- und künstlichem Licht unzureichend. Abhilfe schafft eine individuelle Beleuchtung am Arbeitsplatz. Ist der Raum stärker beleuchtet, kann wieder ermüdungs- und fehlerfrei gearbeitet werden. Wird der Laptop über längerer Zeit verwendet, zahlen sich eine externe Tastatur sowie eine Maus und ein Laptopständer aus. Dadurch wird der Blickwinkel angehoben und die Kopfposition verbessert.

Der menschliche Körper braucht Bewegung. Aus diesem Grund ist der Wechsel zwischen sitzender Betätigung, stehender Arbeit und sich bewusst bewegen, dehnen und lockern optimal, bestätigte Judith Marti, Fachvertreterin Ergotherapie beim Ergotherapeutinnen-Verband Schweiz. Manchmal verkehrt auf dem Stuhl sitzen, wippen, umhergehen und ein paar Streckübungen ausführen leistet manchem Zipperlein Vorschub.

Ganzheitlich betrachtet

Das körperliche und seelische Wohlbefinden benötigt mehr, als ein ergonomisch eingerichtetes Büro, einen Pausenapfel und einen Wasserspender in der Ecke. Dazu gehören etwa das Raumdesign, die Möglichkeit das Erfüllen der Aufgabe mitzugestalten, die Technologie, das Klima, die Lichtverhältnisse, eine mitarbeiterfreundliche Unternehmenskultur sowie ein gutes Management.

Gesunder Arbeitsplatz

Auf der Skala ganz oben der negativen Faktoren befinden sich Ablenkung, Lärm und das Gefühl von Überlastung. Auch das Crowding, zu viele Leute in einem Raum, wirken sich nachteilig aus. Laut der Zukunftsstudie 2029 der Suva spekulieren Experten, dass die Kontrolle von Innenräumen zu einem sogenannten «Too-Clean-Building-Syndrom» führen könnte. Wenn Menschen sich täglich in einem zu sauberen Raumklima aufhalten, würden die körpereigenen Abwehrkräfte ungenügend trainiert. Die Natur in den Arbeitsalltag zurückzuholen wäre ein Gegenmittel, zum Beispiel durch Pflanzen in unmittelbarer Umgebung und dem Einsatz von Düften. Diese können beispielsweise die Konzentration, die Kreativität und das Erinnerungsvermögen steigern.

Wie sieht ein betriebliches Gesundheitsmanagement in der Praxis aus? Dasjenige des Departements Gesundheit der ZHAW schliesst unter anderem ein: Bewegungs- und Entspannungsangebote über Mittag oder Kurse zu Tipps und Tricks im Umgang mit Termindruck. Neben der Gesundheitsförderung setzt das Departement auf das frühzeitige Erkennen von Risiken und die Prävention. Ganz nach dem Sprichwort: Vorsorge ist besser als Nachsorge.