ERP

Wo ist was? ERP macht die Lagerbewirtschaftung einfacher.

Wie ein ERP-System Ihr Unternehmen verbessert

Technologie Die Einführung eines sogenannten ERP-Systems kann, ganz besonders für KMU, weitreichende Folgen haben. Denn richtig eingesetzt führt solch ein unternehmensweites IT-System zu mehr Möglichkeiten und weniger Kosten.

Miriam Dibsdale

In der heutigen Wirtschaft herrscht vor allem eines: Zeit- und Kostendruck. Auch, ja vielleicht sogar ganz besonders, bei KMU. Zeit- und kostenraubende Posten müssen demnach möglichst vermieden werden. Im Besonderen gilt dies für KMU, die sich auch über die Grenzen hinaus orientieren wollen.

International aufgestellt zu sein, ist heute für eine wachsende Zahl von KMU ein wichtiges Unternehmensziel – gleichzeitig lauern in der globalen Wirtschaftsszene jedoch auch Gefahren und Risiken. Denn das globale Business ist schnell, aggressiv und komplex. Ineffiziente interne Kommunikationswege und Geschäftsabläufe können da ganz schnell zu einem abrupten Ende der unternehmerischen Exportträume führen. Umso wichtiger und entscheidender kann demnach die Einführung eines passenden, unternehmensweiten IT-Systems, eines sogenannten ERP-Systems (Enterprise Resource Planning), sein.

Die Vermeidung von langwierigen, ineffizienten Geschäftsabläufen ist in direktem Sinne kostensparend.

Moderne Kommunikationstechnik

ERP bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, Ressourcen wie Kapital, Personal, Betriebsmittel, Material, Informations- und Kommunikationstechnik, IT-Systeme im Sinne des Unternehmenszwecks rechtzeitig und bedarfsgerecht zu planen und zu steuern. So lautet zumindest die offizielle Definition. Ein ERP-System soll demnach sowohl einen effizienten, betrieblichen Wertschöpfungsprozess als auch eine stetig optimierte Steuerung der unternehmerischen und betrieblichen Abläufe gewährleisten. Eine Kernfunktion von ERP ist zum Beispiel, die Materialbedarfsplanung in produzierenden Unternehmen, die sicherstellen muss, dass alle für die Herstellung der Produkte und Komponenten erforderlichen Materialien an der richtigen Stelle, zur richtigen Zeit und in der richtigen Menge zur Verfügung stehen.

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Eine kritische Grösse für die Einführung eines ERP-Systems gibt es praktisch nicht mehr.

Eine Aufgabe, die heutzutage nur noch mit Hilfe von IT-Systemen auf Basis einer modernen Informations- und Kommunikationstechnik zu erreichen ist. Einfach formuliert heisst das, dass solch eine Unternehmenssoftware die Planung und Steuerung sämtlicher Unternehmensressourcen unterstützt und alle Managementprozesse – von der Planung über die Produktion bis hin zu den Finanzen – in einem übergreifenden System integriert.

Vorbei also die Zeiten, in denen die Planung einen Kundenauftrag abstempelt, ihn per Fax in die Produktion schickt und die ihn dann wiederum auf einer Excel-Liste erfasst. Vorbei die Zeiten, in denen Lagerhaltung und Produktionsprozesse nicht mit dem Finanzwesen verbunden waren und dadurch eine langwierige, zeit- und geldraubende monatliche Rapportierung entstand.

Ohne Zweifel, ein passendes, einwandfrei funktionierendes und möglichst einfach gehaltenes ERP-System kann für ein KMU Gold wert sein. Denn die Vermeidung von langwierigen und somit ineffizienten Geschäftsabläufen ist in direktem Sinne kostensenkend.

Nicht weiter verwunderlich also, dass auch in der Schweiz immer mehr KMU auf ERP-Systeme setzen. Demnach kann der hiesige, marktführende ERP-Anbieter, das Schweizer Softwareunternehmen Abacus, immer mehr Kunden vermelden. So wurde zum Beispiel Ende des vergangenen Jahres laut Joachim Vetter, verantwortlich für das Abaweb-Team bei Abacus, die Verbuchung des Lohnes von einer Million Arbeitnehmern in der Schweiz über die Software von Abacus getätigt. Die beiden weiteren grossen ERP-Anbieter in der Schweiz sind Oracle aus den USA und SAP aus Deutschland.

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Niedrige Einstiegsbarriere

Natürlich sind Anschaffung und Betrieb eines ERP-Systems für den Unternehmer nicht kostenlos. Doch auch hier gibt es Positives zu vermelden. So sinkt die finanzielle Einstiegsbarriere für die Unternehmen dank des «Cloud»-Systems». Denn dank leistungsfähigen Datennetzen braucht ein an einem ERP-System interessiertes Unternehmen heutzutage Hard- und Software nicht mehr selber zu kaufen, sondern kann all dies als Gesamtpaket-Dienstleistung aus der «Wolke» (Cloud Computing) beziehen.

Das hat laut Christoph Lüönd, der in der Schweiz beim amerikanischen Anbieter Oracle für ERP-Lösungen zuständig ist, zur Folge, dass die Einstiegsbarrieren für KMU, die sich für ein unternehmensweites Betriebs- und Planungssystem entschieden, in den letzten Jahren merklich niedriger geworden seien, wie er kürzlich in einem Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung» erklärt hatte. Demnach gebe es so etwas wie eine kritische Grösse für die Einführung eines ERP-Systems praktisch nicht mehr, da einfache Varianten bereits ab ungefähr 20 000 Franken realisierbar seien.

Wichtig sei, so Lüönd in besagtem «NZZ»-Artikel weiter, dass bei der Anschaffung respektiv beim Aufbau eines ERP-Systems ein externer Berater beigezogen werde, der zuerst abklären könne, welche Ziele mit einem ERP-System überhaupt genau anvisiert oder allenfalls welche Wachstumsschritte damit begleitet werden sollen. Denn ohne die Erarbeitung eines Geschäftsszenarios mit dem Kunden gehe es heutzutage nicht mehr und besonders wichtig sei es, im Vorfeld die Geschäftsprozesse zu konsolidieren.