Startup

Wenn man die richtigen Punkte beachtet, kann man als Startup effizent erfolgreich sein.

10 Tipps um erfolgreich ein Startup zu gründen

Leadership In der Schweiz wurden letztes Jahr über 40’000 neue Unternehmen gegründet. Einige dieser Startups werden in ein paar Jahren liquidiert sein, andere setzen zum Höhenflug an. Auf was ein Gründer achten muss, wenn er aus einem Startup eine erfolgreiche Firma machen will, lesen sie hier.

Patrick Hunkeler

Patrick Hunkeler

Smart Facts

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1. Eine gute Geschäftsidee

Erfolgreiche Firmen fangen mit einer brillanten Idee an, denken die meisten Leute. Dieses Idealbild hat mit der Realität wenig zu tun. Die meisten Unternehmen fangen mit einer wenig definierten Vorstellung an, wie sie in Zukunft Geld verdienen wollen. Die Qualität der Ursprungsidee hat also nicht immer etwas mit dem späteren Erfolg zu tun. Ein Startup sollte natürlich nicht im luftleeren Raum anfangen. Man braucht einen soliden Ausgangspunkt, von dem aus man seine endgültige Strategie finden kann. Und je besser diese Ursprungsidee ist, umso leichter fällt das.

Die Qualität der Ursprungsidee hat also nicht immer etwas mit dem späteren Erfolg zu tun.

Mögliche solide Ausgangspunkte:

  1. Eine Erfindung ist der klassische Ursprung vieler langfristig erfolgreicher Unternehmen. Mit der zunehmenden Komplexität der Technologie ist es allerdings erheblich seltener geworden, dass ein einzelner Erfinder einen so grossen Sprung hinlegen kann. Die meisten modernen Produkte werden von grösseren Teams entwickelt. Selbst die Entwicklung eines Prototypens ist für viele Produktkategorien so aufwändig, dass Millionen an Kapital allein in diesen ersten Schritt fliessen müssen.
  2. Ein Problem zu lösen, das man selber hat, ist ein sehr guter Anfangspunkt für ein Startup. Und das vor allem aus einem Grund: Man kennt bereits einen eifrigen Testkunden. Ein Produkt zu entwickeln, das man selbst nie benutzen würde, ist extrem schwierig. Auch Pilotkunden können einem kein perfektes und vor allem kein schnelles Feedback geben.
  3. Eine gute Geschäftsidee kann allerdings auch darin bestehen, etwas bereits Bestehendes auf eine völlig andere Art und Weise oder neu auf eigene Rechnung statt für den bisherigen Arbeitgeber zu machen.
  4. Wenn ein Unternehmen es schafft, einen deutlichen Qualitätssprung für eine schon bestehende Produktkategorie mit bewiesenem Marktpotenzial hinzulegen, ist das ein gutes Argument für geschäftlichen Erfolg. Investoren lieben solche Ideen.
  5. Ebenfalls vielversprechend, aber noch schwieriger zu realisieren ist die Methode, bestehende Produkte sehr viel billiger als die Konkurrenz anzubieten. Bei Businessstrategen ist dieser Weg als «Disruption» bekannt: Ein neuer Wettbewerber bietet Produkte mit anfänglich geringerer Qualität, aber zu massiv besseren Preisen an und verdrängt so mit der Zeit die etablierte Konkurrenz.

2. Höhere Ausbildung und Erfahrung in der Branche

Der Gründer sollte idealerweise Berufs-Erfahrung in jener Branche mitbringen, in der er sich selbständig machen will. Der Aufbau einer eigenen Firma braucht viel Know-how. Ein Teil davon kann mit der Ausbildung erworben werden. Deshalb sind Unternehmer mit einer Höheren Schulbildung tendenziell erfolgreicher. Neben der Ausbildung ist auch die Berufs- und Lebenserfahrung wichtig beim Aufbau einer erfolgreichen Geschäftstätigkeit. Das Alter der Gründerpersonen ist hier ein sehr einfacher, aber auch guter Indikator für die Erfahrung. Branchenerfahrene Firmengründer im sind Vergleich zu Branchenneulingen erfolgreicher.

3. Wille zum Erfolg und Selbstvertrauen

Personen mit hoher Motivation, sich im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit selbst zu verwirklichen und durchzusetzen, dürften sich tendenziell mehr Gedanken über ihren Erfolg machen. Sie sind auch eher gewillt, zu handeln und ihr Know-how bzw. ihre Erfahrung im Unternehmen umzusetzen. Sie sind zudem bereit, einen grössseren Einsatz zu leisten. Der erfolgreiche Unternehmensgründer scheut keinen Aufwand. Er muss bereit sein auf vieles zu verzichten und 50 oder 60 Stunden pro Woche zu arbeiten. Ohne die Unterstützung von Familie und Angehörigen klappt es nicht. Nur wer Optimismus, Glauben an die Zukunft und Willen besitzt, setzt sich durch. Ein Unternehmer muss sich dauernd Herausforderungen und Veränderungen stellen und darf an Fehlschlägen nicht verzweifeln.

Der erfolgreiche Unternehmensgründer scheut keinen Aufwand.

Businessplan Startup

4. Businessplan

Der Businessplan ist die Basis für den unternehmerischen Erfolg. Er ist ein Arbeitspapier, das alle Ziele und Strategien eines Unternehmens mit den grundsätzlichen Voraussetzungen, Vorhaben und Maßnahmen für einen bestimmten Zeitrahmen beinhaltet.

Dabei kommen dem Businessplan mehrere Aufgaben zu. Zum einen dient er unternehmensextern dazu, potentielle Geldgeber zu überzeugen. Zum anderen kommt ihm aber auch unternehmensintern eine bedeutende Funktion zu. Er bildet im Unternehmen die Grundlage für weitere Strategie- und Planungskonzepte.

Dieses Instrument, das immer den neuesten Entwicklungen angepasst wird, ermöglicht eine systematische Vorgehensweise und die frühzeitige Erkennung von Problemen. Entscheidend ist, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und mit geeigneten Massnahmen zu begegnen. Dieses antizipative Verhalten zwingt neue wie bestehende Unternehmen, die Zukunft verantwortungsbewusst zu planen. Dazu dient ein Businessplan als Planungs-Instrument bestens. Erfahrende Unternehmer, Bankberater, Investoren und Berater sind sich einig, dass Sie einen Businessplan entwickeln sollten, bevor Sie ein Projekt oder eine Firma starten.

Erfahrende Unternehmer, Bankberater, Investoren und Berater sind sich einig, dass Sie einen Businessplan entwickeln sollten, bevor Sie ein Projekt oder eine Firma starten.

5. Liquiditätsplan und Finanzkontrolle

Der Liquiditätsplan ist für einen StartUp das wichtigste Planungsinstrument, denn ohne Liquidität kein Überleben. Er ist ein Teilbudget des Finanzplans, der alle ein- und ausgehenden Zahlungsströme des Gesamtbudgets innerhalb der betreffenden Budgetperiode zusammenfasst und die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherstellen soll. Der Liquiditätsplan ist eine kurzfristige Planung für Zahlungsströme mit einem Prognosezeitraum von etwa einem Jahr.

Existenzgründer sollten bei der Erstellung unbedingt großzügig rechnen. Das bedeutet: Haben Sie im Hinterkopf, dass nicht alle Ihre Kunden bereits 14 Tage nach Rechnungsstellung bezahlen werden – gehen Sie hier eher von 30 Tagen aus. Auszahlungen für Miete und Ratenzahlungen für Kredite sollten Sie jedoch so genau wie möglich in der Liquiditätsplanung berücksichtigen und keinesfalls um z.B. einige Tage nach hinten verschieben.

In der Startphase eines Unternehmens ist es ganz normal, dass die Auszahlungen oftmals größer sind als die Einzahlungen. Diese Differenz ergibt eine Über- oder Unterdeckung. Bei einer Unterdeckung müssen entsprechend liquide Mittel durch einen Kredit oder neue Investoren beschafft werden.

Business meeting at a creative office

6. Klares Marketingkonzept

Eine gute Idee für ein materielles Produkt oder immaterielle Dienstleistung alleine ist noch kein Garant für den Unternehmenserfolg. Ausschlaggebend ist, dass diese Marktleistung einem latenten Bedürfnis der Kunden entspricht und ihnen einen ganz konkreten und nachvollziehbaren Nutzen bietet. Ein fundiertes Marketing-Konzept ist die Grundlage für eine erfolgreiche Vermarktung. Dieses bildet auch einen zentralen Bestandteil des Businessplans.

Eine gute Marketingstrategie ermöglicht die Definition folgender Komponenten, die in der Marketingsprache als die vier P’s bekannt sind: Produktpolitik, Preispolitik, Vertriebspolitik und Kommunikationspolitik. Dabei handelt es sich um die vier Stützpfeiler der Werbetätigkeit. Sie müssen definiert sein, bevor man zur eigentlichen Werbekampagne übergeht. Es ergibt keinen Sinn, Inserate zu reservieren oder einen Blog einzurichten, solange keine Klarheit darüber herrscht, welches Image verbreitet werden soll und welcher Vertriebskanal benützt werden soll.

Ein fundiertes Marketing-Konzept ist die Grundlage für eine erfolgreiche Vermarktung.

Nur wer klare Vorstellungen darüber hat, wie er sein Produkt oder seine Dienstleistung auf den Markt bringt, kann den Sprung in die Selbständigkeit schaffen.

7. Wettbewerbsvorsprung und Innovation

Erfolg muss immer wieder neu erarbeitet werden. Dazu gehört auch die Planung und Umsetzung der Forschung und Entwicklung. Der Marktvorsprung darf nicht verloren gehen. Wer agiert statt reagiert, hat immer einen Vorteil.

Im Unterschied zum reinen Erfinder, welcher nur entwickelt, benötigt der innovative Unternehmer hochgradige Managerqualitäten, Entscheidungsgewalt und natürlich auch die notwendigen Finanzierungsmöglichkeiten. Es bedarf der unternehmerischen Relevanz, um eine Neuerung im betriebswirtschaftlichen Sinn als Innovation bezeichnen zu dürfen.

Über 75 % der Unternehmen sehen die ständige Innovation als wichtig an. Innovation ist die zentrale Quelle für zukünftige Wettbewerbsvorteile und nachhaltiges Wachstum. Ein grosser Teil Produkte, die wir in 10 Jahren kaufen werden, sind heute noch nicht erfunden. Dabei schaffen es weniger als 1% der Ideen überhaupt zum Markterfolg.

Innovationen beziehen sich nicht nur auf Produkte, sondern auch vermehrt auf Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Innovation ist nicht Zufall, kann aber auch nicht deterministisch geplant werden. Vielmehr erhöhen die richtigen Führungsstile, Innovationsprozesse und Instrumente die Erfolgswahrscheinlichkeit eines innovativen Vorhabens.

Innovation ist die zentrale Quelle für zukünftige Wettbewerbsvorteile und nachhaltiges Wachstum.

Beratung Startup

8. Managementunterstützung und Beratung

Die Schlagkraft eines Jungunternehmers steigt, wenn er auf das Wissen erfahrener Manager zurückgreifen kann. Mögliche Berater sind Financiers, Anwälte oder erfolgreiche Unternehmerkollegen. Diese können dem Firmengründer auch Türen öffnen, die sonst verschlossen geblieben wären.

Für ein Start-up, welches schnell wächst, kann auch der Verpflichtung eines Interim-Managers eine sinnvolle Unterstützung bedeuten. Die Mitarbeiter sind – wie in Startups üblich – jung und frisch von der Uni. Ein Interim-Manager bringt durch seine Erfahrung wichtiges Know-how in ein Start-up. Vieles wird professioneller und schneller erledigt, anstatt die Best Practices erst mühsam selbst erlernen zu müssen.

Es muss aber gesichert sein, dass kein strategischer Nachteil daraus resultiert, dass Know-how nur temporär eingekauft ist und nicht, wie bei einem Festangestellten, langfristig im Unternehmen zur Verfügung steht. Dies muss durch professionellen Wissenstransfer und nachhaltige Übergaben seitens des Interim Managers gewährleistet werden.

9. Kooperation und Netzwerke

Netzwerke und Kooperationen sind zunehmend von Bedeutung. In einer Gesellschaft, die durch Strukturwandel und verschärften globalen Wettbewerb geprägt ist, stellen Formen der Zusammenarbeit wichtige Massnahmen dar, um ein ausreichendes Marktgewicht (kritische Masse) zu erreichen, Produktionspotenzial auszuschöpfen, Innovationen zu entwickeln und Wertschöpfungsketten zu schaffen.

Niemand hat auf allen Gebieten gleich gute Kenntnisse. Der Aufbau eines Netzwerks von Kooperationen eröffnet einem Jungunternehmer Zugang zu zusätzlichem Know-how.

Der Aufbau eines Netzwerks von Kooperationen eröffnet einem Jungunternehmer Zugang zu zusätzlichem Know-how.

Group of Diverse Cheerful Business People

10. Klare Firmenstrukturen und Teamgedanken

Einer der zentralen Pfeiler einer erfolgreichen Gründung ist das Team, das sich der Unternehmung verschrieben hat. Hier eine richtige Balance aus Charaktereigenschaften, Fachhintergründen und Verhaltensweisen zu finden, zählt zu den wichtigsten und oft schwersten Aspekten einer Gründung. Viele Teams sind zu homogen aufgestellt. Sie bestehen oftmals nur aus Technik- oder Wirtschaftsexperten. Ein Patentrezept gibt es nicht. Als Faustregel kann aber gelten, dass Gründer fachlich komplementär aufgestellt sein sollten und dass die Typen einer Gründung zumindest ähnlich ticken sollten.

Startups sind der Inbegriff einer Team-Leistung. Ohne ein erfolgshungriges Team, das täglich bereit ist, die Grenzen des Möglichen zu verschieben, kann ein Startup keinen Erfolg haben.

Eine erfolgreiche Firma verfügt über klare Strukturen. Verantwortlichkeiten müssen klar definiert sein. Die Mitarbeiter tragen die Philosophie der Firma mit, sind motiviert und wissen genau, was ihre Aufgaben sind. Die Kunden kennen ihre Ansprechpartner im Unternehmen.

Startups sind der Inbegriff einer Team-Leistung.