Finanzierung

Egal wie erfolgreich Ihr Unternehmen ist, die Finanzen bleiben immer ein Thema.

Tipps für stabile Finanzierung

Finanzen Ein Unternehmen steht und fällt mit dem ihm zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln. Daher sollte deren Beschaffung und Sicherung sorgfältig geplant werden.

Miriam Dibsdale

Die Finanzen werden einen Unternehmer immer beschäftigen. Von der Gründung bis hin zum Vollbetrieb spielen das Geld und insbesondere die Geldflüsse eine grosse Rolle. Unter die Finanzierung fällt also nicht nur die Geldbeschaffung für die Unternehmensgründung, sondern auch die ständige Bereitstellung, Verwaltung und Sicherung der für den Betrieb benötigten finanziellen Mittel. Sie ist somit ein fortlaufender Prozess.

Startkapital beschaffen

Eine reine Eigenfinanzierung kann sich kaum jemand leisten. Besonders Jungunternehmer haben es oft schwer, an die nötigen Mittel für eine Unternehmensgründung zu gelangen. Auch die besten Ideen und vielversprechendsten Projekte benötigen Startkapital. Daher ist in den meisten Fällen die Aufnahme eines Kredits vonnöten.

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Bevor man aber bei der Bank oder einem Kreditinstitut eine solche Leistung nachfragt, sollte man sich sorgsam vorbereiten, am besten mit einem gründlichen Businessplan. Ein Businessplan dient dazu, das Geschäftsvorhaben detailliert zu erklären und dadurch den Kreditgeber davon zu überzeugen, die Vergabe der benötigten finanziellen Mittel zu genehmigen. Der Plan muss daher aufzeigen, dass das Vorhaben mit Erfolg umgesetzt werden kann – aus marktwirtschaftlicher wie auch finanzieller Sicht. Unbedingt notwendig ist deshalb vor allem eine realistische Kalkulation. Zu erwartende Aufwände und Erträge müssen ebenso enthalten sein, wie die voraussichtlichen Fixkosten sowie angestrebten Rückstellungen. Auch die Rückzahlung des Kredits sollte mit einberechnet werden. Je detaillierter der Businessplan ist, umso höher ist die Chance für die Vergabe eines angestrebten Kredits.

Für bereits bestehende und funktionierende Unternehmen gibt es noch weitere Möglichkeiten zur Geldbeschaffung. Darlehen, Obligationen, der Gang an die Börse und verschiedene Arten von Krediten, wie etwa dem Kontokorrentkredit, sind nur einige Beispiele für kurz- und langfristige Lösungen bei der Kapitalbeschaffung.

Finanzierungsmöglichkeiten

Die richtige Art der Projektfinanzierung und die nachhaltige Entwicklung des Betriebes sollten das Ziel jedes dynamischen Unternehmers sein. Wer beispielsweise expandieren will, benötigt dafür natürlich Geld. Aber die Expansion wird sich wohl kaum mit den eigenen Rückstellungen finanzieren lassen. Zudem ist es auch nicht ratsam, diese anzubrauchen, falls sie wegen Renovationen und anderen Aufwendungen plötzlich dringend benötigt würden.

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Der Handel mit Wertpapieren ist zwar verlockend, jedoch muss man sich des damit verbundenen Risikos bewusst sein. Da ist es schon verlockender, gleich selbst an die Börse zu gehen. Dies lohnt sich aber nur, wenn die eigenen Marken und Produkte stark sind und eine grosse Nachfrage besteht. Ansonsten ist es schwer, für Aktionäre attraktive Wertpapiere bieten zu können. Zwei Dinge sollten zudem beachtet werden: Bis ein genügendes Aktienkapital zusammen kommt, kann es Monate oder Jahre dauern. Ausserdem haben die Aktionäre mit ihrer Investition einen Anteil am Unternehmen und somit ein Mitbestimmungsrecht. Wer weitgehend autonom bleiben will, sollte sich den Gang an die Börse gut überlegen.

Kunden- und Lieferantenkredite sind vor allem für Fabrikationsbetriebe interessant. Dabei wird kein Kredit im klassischen Sinne ausgezahlt, sondern es wird eine verlängerte Zahlungsfrist für geschuldetes Geld gewährt. Dieses Geld steht dem Unternehmen somit während dieser Frist für andere Zwecke zur Verfügung. Doch Vorsicht. Vor dem Abschluss solch eines Kredits müssen die in etwa zu erwartenden Umsätze bekannt sein. Bleiben zum Beispiel viele Kundenzahlungen über lange Zeit aus, so kann dies dazu führen, dass die Schuld nicht fristgerecht beglichen werden kann.

Um eine passende und vor allem nachhaltige Finanzierung zu erreichen, lohnt es sich, Experten zu Rate zu ziehen. Diese helfen nicht nur, die parallel zur Firma wachsenden, zunehmende Komplexität zu bewältigen, sondern auch, gängige Fallstricke zu umgehen.

Unternehmensfinanzierung

Factoring

Bei der Finanzplanung ist es deshalb wichtig, dass nicht nur die Beschaffung des Geldes sondern auch dessen Verfügbarkeit gewährleistet ist. Konjunkturschwankungen, Marktmechanismen und säumige Schuldner sind Beispiele für Umstände, die zu finanziellen Engpässen und in schweren Fällen gar zur Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens führen können. Gegen die Mechanismen von Konjunktur und Markt lässt sich, ausser Rückstellungen zu bilden, kaum etwas machen. Eine bequeme Lösung, um sich gegen ausbleibende Zahlungen abzusichern, gibt es jedoch: das sogenannte Factoring.

Dabei handelt es sich, einfach gesagt, um das Outsourcing von geforderten Zahlungen. Ein Factoringunternehmen erwirbt sich das Recht, die vom Unternehmen ausgestellten Zahlungsaufforderungen durchzusetzen. Der vom Unternehmen erwartete Zahlungsbetrag wird durch das Factoringunternehmen beglichen. Abzüglich eines Prozentsatzes für Aufwand und Risiko erhält das Unternehmen somit umgehend sein eingefordertes Geld, was die Liquidität sichert. Die Kunden müssen ihre Schuld dann später direkt beim Factoringunternehmen begleichen. Dies nimmt dem Auftraggeber zusätzlich die Last, sich um Inkasso-Angelegenheiten kümmern zu müssen.