Flottenmanagement

Den eigenen Fuhrpark selber oder extern verwalten?

Flottenmanagement: bis zu einem Drittel der Fahrzeuge einsparen

Leadership Den eigenen Fuhrpark zu verwalten stellt schon mit nur wenigen Fahrzeugen eine grosse finanzielle und administrative Herausforderung dar. Externes Flottenmanagement ist eine interessante Alternative – gerade für KMU.

SMA

SMA

Beim Begriff «Flotte» assoziiert so mancher Laie Schiffe. Doch mit Schiffen hat «Flottenmanagement» wenig zu tun. Eher – und in erster Linie – mit Fahrzeugen. Das Flottenmanagement umfasst das Verwalten, Planen, Steuern und Kontrollieren eines Fuhrparks.

Wer einen einzigen Firmenwagen in der Garage stehen hat, wird sich nicht viele Gedanken um Flottenmanagement machen müssen. Doch sobald mehrere Fahrzeuge in einem Betrieb benötigt werden, stellen sich automatisch zahlreiche Fragen: Welches Fahrzeug ist das richtige? Kaufen oder Leasen? Welche Finanzierungsart passt? Wer fährt die Fahrzeuge wann? Wer besorgt den Unterhalt?

Wenn das Flottenmanagement nicht das Kerngeschäft, sondern ein eine unternehmerische Notwendigkeit darstellt, ist ein externes Flottenmanagement, gerade für KMU, eine interessante Variante. Denn Flottenanbieter prüfen den Fuhrpark auf den optimalen Einsatz und Auswahl der Fahrzeuge (z.B. Ersatz oder Ergänzung mit Elektrofahrzeugen) hin und bieten ganzheitliche Business Lösungen an.

Das Flottenmanagement umfasst das Verwalten, Planen, Steuern und Kontrollieren eines Fuhrparks.

«Mit einem ausgelagerten Flottenmanagement können die Kosten für eine Flotte ab fünf Fahrzeugen meist markant gesenkt werden», weiss Markus Hess, Geschäftsführer des Schweizerischen Leasingverbands (SLV). Flottenmanagement wird aber nicht von allen Anbietern gleich definiert und es gibt eine Vielzahl von Angeboten auf dem recht grossen Markt. Immerhin ist etwa jedes dritte aller in der Schweiz verkauften Autos ein Firmenauto.

Eine der grössten eigenen Flotten hat in der Schweiz die Post. Die Postflotte umfasst vom Kleinmotorrad bis zum Sattelschlepper rund 19000 Fahrzeuge. «Darum überrascht es auch nicht, dass die Post seit 2006 mit Mobility Solutions AG auch für Externe das Flottenmanagement anbietet. Wir betreuen rund 4000 Fahrzeuge anderer Firmen», erläutert Simone Leicht von Mobility Solutions AG.

Anders als zum Beispiel Marken-Garagen, die ebenfalls oft Flottenmanagement anbieten, ist ein Anbieter wie Mobility Solutions AG bezüglich Marken und Hersteller unabhängig. Das kann für allfällige Kunden wichtig sein. Auch Mobility, der Carsharing Anbieter für Private, hat markenunabhängige Mobilitätslösungen für Firmen im Angebot. «Mobility war ausserdem der erste Anbieter in der Schweiz, der für Firmen auch Kurzzeitmieten von Fahrzeugen anbot», betont Patrick Eigenmann, Mediensprecher von Mobility Carsharing.

Lastwagenflotte

Zahlreiche Optionen

Die Angebote sind wie gesagt sehr vielfältig. So kann zum Beispiel gewählt werden, ob die Firma Eigentümer der Fahrzeuge sein will, oder ob der externe Anbieter auch Besitzer der Fahrzeuge sein soll. Am einfachsten für den Kunden sind die sogenannten Full-Service-Flottenmanagements. «Hier sorgen wir für den Einkauf, die Finanzierung, die Versicherungen, die Instandhaltung, das Treibstoffmanagement bis hin zum Wiederverkauf des Fahrzeugs», erklärt Simone Leicht.

Die Kosten eines ausgelagerten Flottenmanagements zu beziffern, sei ohne konkretes Fallbeispiel nicht sinnvoll. «Es sind keine allgemeinen Aussagen möglich, da dies abhängig vom Leistungsumfang und dem jeweiligen Fahrzeugtyp, der Laufzeit des Vertrages und der Kilometerleistung ist», betont Simone Leicht. «Im geschlossenen Full-Service-Flottenmanagement zahlt der Kunde eine fixe Monatspauschale und der Flottenmanager trägt das Risiko, wenn am Ende der Vertragslaufzeit die tatsächlichen Kosten die kalkulierten Kosten übersteigen».

Unternehmer, die gerne die Verantwortung für den Fuhrpark abtreten, können die Suche nach dem richtigen Anbieter beruhigt angehen. «Schwarze Schafe», so Markus Hess, «sind mir in dieser Branche bisher keine bekannt». Der Geschäftsführer des SLV verweist auf die Mitgliederliste des Verbands. «Unser Leasingkodex fordert Transparenz, Fairness und Professionalität. Daran halten sich unsere Mitglieder».

Geschaeftswagen

Wer passt zu wem?

Wie findet sich denn ein passender Flottenmanagement-Anbieter? «Da in der Schweiz alle Flottenmanager im Leasing über eine eigene Bank oder eine Partnerbank arbeiten, ist die Finanznähe weniger ausschlaggebend», weiss Simone Leicht. Der Unternehmer muss klären, was er braucht. Soll der Chef eine Prestigemarke fahren und der Handwerker des gleichen Betriebs braucht einen Transporter oder ist dem Unternehmer wichtig, mit dem Fuhrpark die Nachhaltigkeit seiner Firma zu unterstreichen? Je nach Ausrichtung fährt er besser mit einem herstellerunabhängigen Flottenmanager oder einer Markengarage.

«Man kann bei einem Anbieter auf die Angebotsvielfalt, eine professionelle und ehrliche Beratung und Erfahrung achten», rät Patrick Eigenmann. Dem stimmt auch Simone Leicht zu. Das günstigste Angebot ist nicht immer das richtige: «Es kommt auf den Service an. Man sollte das Gesamtpaket bewerten», betont Simone Leicht. Patrick Eigenmann ergänzt: «Am besten lässt man sich vergleichbare individuelle Offerten machen».

Digitales Flottenmanagement

Wenn ein Unternehmen sich entschliesst, seinen Fuhrpark selber zu verwalten und zu bewirtschaften, ist eine gute Software unabdingbar. Heutige Programme unterstützen bei der Beschaffung der Fahrzeuge, beim Kostenmanagement, beim Umgang mit Schäden oder natürlich bei der Disposition der Flotte.