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Cyberangriffe werden gemäss Experten zunehmen.

Onlinesicherheit – ein Anlagethema mit Potenzial

Technologie Nach den jüngsten Entwicklungen und öffentlichen Diskussionen steht Cybersecurity als wirtschaftliches Phänomen zusehends auch im Fokus der Anleger.

SMA

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Das Augenmerk gilt dabei einerseits den Firmen, die entsprechende Lösungen anbieten, andererseits solchen, die potenziell durch Cyberangriffe bedroht sind – sprich Branchen, wo die Forschung eine wichtige Rolle spielt. 2013 hat die Banque CIC (Suisse) unter dem Titel «Cyberspionage – der Kampf um Daten ist längst entbrannt» zum Wirtschaftsausblick geladen. Sandro Gaycken, der im deutschsprachigen Raum vielleicht wichtigste Kenner des Themas, skizzierte eine klare Bedrohung der Onlinesicherheit und erläuterte eindrücklich, wie schlecht Politik und Wirtschaft für diesen Kampf gewappnet sind:

Die bisherigen Schäden durch Wirtschaftsspionage und Cyberkriminalität seien immens, jedoch durch zahlreiche Dunkelfelder kaum kalkulierbar. Gayckens Fazit fällt dementsprechend schonungslos aus: Die IT-Security-Branche sei weltweit unterentwickelt, und kurzfristiges Denken in der Wirtschaft verhindere die eigentlich notwendigen, hohen Investitionen in funktionierende Sicherheitssysteme. Sowohl auf wirtschaftlicher wie auch auf oberster politischer Ebene ist also ein grundlegender Wandel erforderlich.

Sowohl auf wirtschaftlicher wie auch auf oberster politischer Ebene ist ein grundlegender Wandel erforderlich.

Standard genügt den Normalbürgern

Angesprochen auf Gayckens Skepsis hinsichtlich der IT-Security meint Mario Geniale, Anlagechef der CIC: «Herkömmliche Lösungen von IT-Security-Anbietern können die wirklich professionellen Attacken nicht abhalten, wie Sandro Gaycken richtig bemerkt. Er sagt aber auch klar, dass diese Attacken auf High Value Targets ausgerichtet sind.

Onlinesicherheit

Für den Normalbürger sind die auf dem Markt erhältlichen Standardlösungen immer noch zweckdienlich. Es ist Fakt, dass es Firmen geben wird, die davon profitieren.» Zu erwarten sei eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Anbieter, aber auch die Entstehung von hochspezialisierten Nischenanbietern, die sich zum Beispiel dadurch positionieren, dass sie nicht aus den USA kommen. Cybersecurity wird unter diesen Umständen ein interessanter Wachstumsmarkt bleiben – dennoch warnt Geniale: «Es handelt sich um einen fragmentierten Markt, wo sich noch viel verschieben wird.»

Deswegen rät er von Einzelanlagen ab. Die Schweiz ist für ihre hervorragenden Universitäten, ihre gut ausgebildeten Fachkräfte sowie einen hohen Innovationsgrad bekannt – somit wäre es durchaus möglich, dass sichere IT-Produkte, Hardware wie Software, einmal der kleine Bruder des Bankensektors werden. Wollen wir uns gegen Cyber-Attacken aus den USA schützen, sind Produkte aus den USA wohl nicht die beste Lösung, wie es Bundesrat Maurer im Rahmen der aktuellen Diskussion auf den Punkt gebracht hat. Nur schon die hiesigen Pharma-Unternehmen verfügen über unglaublich viel schützenswertes Know-how und sind wohl häufig das Ziel von Industriespionage. «Hier tut sich eine Riesenchance für die Schweizer IT-Branche auf», so Geniale, «das Label Swiss Made könnte hier dereinst einen Stellenwert wie in der Uhrenbranche erreichen.»