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Open Source Software – die Chancen

Technologie Es ist noch nicht lange her, da wurde Open Source Software (OSS) im Business-Umfeld kritisch betrachtet. Doch diese Zeiten sind passé, OSS hat sich im Geschäftsalltag etabliert und wird als entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg betrachtet. Warum eigentlich?

Matthias Mehl

Der kleine Pinguin hat einen weiten Weg hinter sich. Das Maskottchen von Linux läutete bereits Ende der 90er-Jahre die Open Source Bewegung im grossen Stil ein. Heut ist OSS ist aus dem geschäftlichen- und privaten Alltag nicht mehr wegzudenken: Linux hat sich im Server-Umfeld als feste Grösse etabliert, das Linux-basierte Android wird weltweit bei einem Grossteil aller verkauften Smartphones eingesetzt. Und der quelloffene Browser von Mozilla Firefox gehört im deutschen Sprachraum nach wie vor zu den beliebtesten.

Das Interessante dabei: Viele Firmen und Anwender sind sich oft gar nicht bewusst, dass sie OSS einsetzen. Dabei stehen hinter vielen Open Source Projekten grosse kommerziell orientierte Firmen. An Linux, dem wohl bekanntesten kollaborativen Software-Projekt, arbeiten pro Release über 1000 Entwickler von Firmen wie Red Hat, Intel, Novell, Oracle und Google.

Viele Firmen und Anwender sind sich oft gar nicht bewusst, dass sie OSS einsetzen.

Trend zu kollaborativer Software-Entwicklung

Die kollaborative Software-Entwicklung liegt im Trend. Dies zeigt eine Studie der Linux Foundation. Über 90 Prozent der befragten IT-Führungskräfte erachten die gemeinsame Software-Entwicklung über Unternehmensgrenzen hinweg als wichtig bis sehr wichtig für ihren Geschäftserfolg. Die Vorteile, welche aus der kollaborativen Software-Entwicklung resultieren, sind neben den kürzeren Entwicklungszyklen und der damit schnelleren Verfügbarkeit eines Produkts am Markt tiefere Entwicklungskosten sowie die bessere Qualität der Lösung.

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Der Trend zu Open Source Software lässt sich auch am Branchenriesen Microsoft ablesen: Wurde Linux von Steve Ballmer im 2001 noch als «Krebsgeschwür» betitelt, gehören die Redmonder heute zu den Contributern von Linux5 und veröffentlichen eigene Open Source Software.

Der Wandel hin zu mehr Kollaboration ist ein gesellschaftliches Phänomen. Unter dem Begriff der «Share Economy» entwickeln sich zunehmends Unternehmen, welche das Teilen von Ressourcen in den Vordergrund stellen. So hält auch eine neue Generation von Entwicklern Einzug in die Unternehmen. Sie teilen die Haltung «Weshalb neu entwickeln, wenn es schon eine Lösung gibt? Weshalb nicht teilen, wenn es anderen hilft?»

Der Wandel hin zu mehr Kollaboration ist ein gesellschaftliches Phänomen.

Offene Cloud-Lösungen bewahren die Unternehmen von der Herstellerabhängigkeit (lock-in) und garantieren Transparenz und Sicherheit in einem immer komplexeren Umfeld. Das Gleiche gilt für innovative Lösungen bei weltweiten Trends wie dem Internet der Dinge und 3D-Drucker. Aber auch im Kleinen lassen sich mit einem gemeinsamen Vorgehen Erfolge erzielen.