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Durch gezielte Fragen zur Arbeitsplatzkultur kann ein Bewerber aufrichtiges Interesse zeigen.

Qualität an der Eintrittspforte erkennen

Human Resources Vor dem Start in die Arbeitswelt sehen sich junge Menschen mit vielen Fragen konfrontiert. Einige simple Tipps helfen, die Berufswahl zu erleichtern und die Chancen auf den Wunschjob zu erhöhen.

SMA

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Der Start ins Berufsleben ist nicht leicht. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene stellen mit der Wahl ihrer Lehrstelle die Weichen für ihre berufliche Zukunft und treffen damit eine bedeutende Entscheidung. Unsicherheiten bezüglich der richtigen Berufswahl, der Arbeitsstätte und der Einschätzungen der eigenen Fähigkeiten und Stärken sind allgegenwärtig. Anhand einiger Anhaltspunkte können Bewerber jedoch bereits an der Eintrittspforte des Unternehmens erkennen, wie dieses tickt und sich so die Entscheidung leichter machen.

Gute Arbeitgeber erkennen

Eine gute Gelegenheit, die inneren Strukturen und Prozesse der Unternehmen kennenzulernen, bildet das Vorstellungsgespräch, so Michael Hermann. Er ist CEO von Great Place to Work, einem Forschungs- und Beratungsinstitut, das Unternehmen in der Schweiz und weltweit bei der Entwicklung einer attraktiven Arbeitsplatzkultur unterstützt. Hermann weiss aus Erfahrung: «Bewerber sehen schnell, ob die Räumlichkeiten gute Arbeitsbedingungen bieten oder ob sie mit Stolz herumgeführt werden.» Auch Auszeichnungen der Arbeitgeber sind ein Hinweis für ein gelungenes Human Resources Management. Firmenwebsites helfen nur bedingt weiter. «Manche tolle, kleine Unternehmen haben weniger Möglichkeiten für die Gestaltung von Websites. Grosse Konzerne hingegen beauftragen Werbeagenturen, ohne dass die genannten Stärken auch wirklich gelebt werden», sagt Hermann.

Student with question sign on the road

Fördern und Fordern

Gute Ausbildungsstätten fördern den Austausch zwischen Lernenden und bieten ihnen viele Gelegenheiten, die verschiedenen Bereiche des Unternehmens kennenzulernen. Die Erwartungen an die Auszubildenden müssen klar sein und von diesen verstanden werden. Lernende sollten nicht nur gefordert, sondern auch gefördert werden. Durch attraktive Sozial- und Nebenleistungen, wie eine Beteiligung an Fahrt- und Essenskosten oder angenehmen Aufenthaltsräume können sich Unternehmen als vorbildliche Ausbildungsstätte positionieren.

Aktive Teilnahme

Die besten Arbeitgeber sind bei der Mitarbeiterakquisition sehr aktiv, gestalten einen Tag der offenen Tür oder organisieren Testarbeitstage. «Ein gutes Beispiel einer gelungenen Mitarbeiterrekrutierung kann das Maschinenbauunternehmen Endress + Hauser aus Basel genannt werden», so Hermann. Das Unternehmen hat 2009 attraktive Wettbewerbe an verschiedenen Schulen organisiert, um den Schülerinnen und Schüler die Welt der Technik schmackhaft zu machen. Der aktive Part ist jedoch nicht nur den Unternehmen überlassen. Auch Bewerbende können durch gezielte Fragen zur Arbeitsplatzkultur aufrichtiges Interesse zeigen, aktiv den Bewerbungsprozess beeinflussen und dabei herausfinden, ob die Stelle den eigenen Vorstellungen und Wünschen entspricht.