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Outsourcing wird zu unrecht als Jobkiller verurteilt.

Richtiges Outsourcing: anders, als man denkt

Technologie Die weitverbreitete Meinung, Outsourcing sei ein Job-Killer, ist falsch. Das Bild, wonach ein grosser Teil der Arbeitsplätze im Bereich der IT-, Finanz- oder HR-Abteilungen nach Indien verlagert werde, ist nicht repräsentativ. Ebenso falsch ist auch die Ansicht, es bestehe ein Trend in Richtung Insourcing, bzw. Rückabwicklung bestehender Outsourcing-Partnerschaften. Outsourcing ist eine sinnvolle Form einer arbeitsteiligen Organisation. Der Markt wächst und entwickelt sich stetig weiter.

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Das Auslagern von Unternehmensprozessen an einen Dritten kann substanzielle Vorteile mit sich bringen. So erlaubt es einem Unternehmen, sich auf Kernkompetenzen zu fokussieren. Zumindest kann eine IT-Abteilung ihren Schwerpunkt auf die Unterstützung der wichtigen Unternehmensanwendungen  legen und mit Outsourcing die Sicherstellung eines stabilen Betriebs der IT-Infrastruktur (Commodity Services) einem Dritten überlassen. Auch die Mitarbeiter profitieren: Sie können sich weiter entwickeln und mit interessanteren Aufgaben beschäftigen.

Im Bereich der Informatik herrscht in der Schweiz, aber auch in Deutschland, ein Fachkräftemangel, der sich immer deutlicher akzentuiert. In einigen Branchen hat sich die Diskrepanz zwischen Stellen und der Verfügbarkeit von IT-Fachkräften derart verschärft, dass der einzige Ausweg die Auslagerung darstellt. Dazu gehört neben dem Outsourcing an einen lokalen IT-Dienstleister auch das Near- oder Offshoring, also die Auslagerung insbesondere von Teilen der Anwendungsentwicklung in Länder Osteuropas oder nach Asien oder Südamerika.

Gleichzeitig nimmt die Nutzung der Informatik in den Unternehmen in vielfältiger Weise zu. Die Verfügbarkeit hoher Bandbreiten bei der mobilen Kommunikation, immer neue Anwendungen auf Smartphones und Tablets, sind treibende Effekte dieser stärkeren Durchdringung. Der Bedarf an IT-Dienstleistungen unterliegt je nach Geschäftsmodell und Marktsituation grösseren Schwankungen, sei es in Bezug auf die internationalen Standorte (Nutzung attraktiver Märkte) oder auf zeitliche Spitzenauslastungen. Die notwendige Flexibilität hierfür können geeignete Outsourcing-Partner bieten, weil sie in der Lage sind, solche Schwankungen über eine grössere Zahl von Kunden auszugleichen.

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Skaleneffekte und Kostenreduktionen herbeiführen

Nicht zuletzt führt Outsourcing zu Skaleneffekten und somit tieferen Betriebskosten. Es hat sich jedoch gezeigt, dass erfolgreiche Outsourcing-Partnerschaften selten primär finanziell motiviert sind, sondern strategische und qualitative Überlegungen im Vordergrund stehen. Auch wenn eine Auslagerung zahlreiche Vorteile bieten kann, so sind doch viele solcher Partnerschaften zumindest nicht auf Anhieb erfolgreich. Die Komplexität derartiger Projekte wird massiv unterschätzt. Die Unternehmen, die das erste Mal auslagern, holen sich kaum Unterstützung von Beratungshäusern, welche auf dieses Geschäftsfeld fokussiert sind. Das häufige Scheitern ist deshalb nicht erstaunlich.

Das Richtige auslagern – und zwar gezielt

Die wichtigsten drei Erfolgsfaktoren sind 1. Der richtige Auslagerungsgegenstand, 2. Der geeignete Partner, 3. Die konsequente Umsetzung. Welche Services besser ausgelagert werden und welche im Unternehmen verbleiben sollen, ist sowohl von der spezifischen Ausgangslage des Unternehmens abhängig, als auch von der Marktsituation. Wer diesen Zusammenhang ignoriert, lagert möglicherweise falsch aus.

Nicht jeder Outsourcing-Partner passt zum jeweiligen Anwender-Unternehmen. Neben wirtschaftlichen Punkten sind insbesondere die Unternehmenskultur und die Strategie des Partners zu hinterfragen. Stimmen diese Faktoren nicht, kommt es in der Regel zu dauerhaften Spannungen, welche sich nicht beseitigen lassen. Auch wenn der Service ausgelagert wird und der geeignete Partner ausgewählt ist, kann sich ein Anwender nach Vertragsabschluss nicht ausruhen. Nur eine konsequente Umsetzung der Transitions- und Transformationsphase sorgt für eine nachhaltige Zufriedenheit beider Partner.