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Einige Versicherungen sind nicht obligatorisch, aber letztlich eben unverzichtbar.

Vorsorge und Versicherung – Startups

Leadership Versicherungen und Vorsorge haben bei vielen Startups nicht erste Priorität. Ein Fehler, der schnell ins Geld gehen kann.

Patrick Hunkeler

Patrick Hunkeler

AVH/IV/EO, Familienzulagen, ALV, Pensionskasse, Unfallversicherung, Sachversicherungen, Haftpflicht, Rechtschutz usw. betreffen auch Startups. Verschiedene dieser Versicherungen sind obligatorisch, andere freiwillig. Die Versicherungen und die Vorsorge sollten schon im Businessplan prominent behandelt werden. Denn die Versicherungsprämien werden im Voraus bezahlt und belasten die Liquidität massgeblich. Dennoch machen viel Startups den Fehler, sich den Versicherungen erst kurz vor dem Markteintritt zu widmen. Dann wird es für einen Versicherer schwierig eine geeignete Lösung aus dem Hut zu zaubern.

Obligatorische Versicherungen

Sobald Personal eingestellt wird, müssen die Versicherungen im Bereich der gesetzlichen Vorsorge abgeschlossen werden. Dazu gehören die AHV, ALV, EO, Unfallversicherung und Pensionskassenversicherung. Die Regelungen für Personenversicherungen sind nicht immer gleich, es bestehen Unterschiede je nach Rechtsform und Branche.

Auch weitere Personalrisiken sind mitzuversichern, zum Beispiel Lohnausfall bei Krankheit oder Unfall und Ersatz von Schlüsselpersonen. Es gibt Unternehmen, bei denen der Gründer eine so wichtige Rolle einnimmt, dass eine mögliche Krankheit oder der Tod dieser Person auch das Ende der Firma bedeuten könnte. Wenn man selbständig ist und länger krank wird, und dies nicht versichert hat, zahlt niemand.

Extending a warm welcome to the new employee

Gute Vorsorgeleistungen sorgen für treue Mitarbeiter

Wie die berufliche Vorsorge ausgestaltet wird, hängt vom Unternehmen, dessen Tätigkeitsgebiet (Branche) und der Mitarbeiterstruktur ab. Das Alter des Personals, sowie die Definition der Leistungen spielen eine wichtige Rolle. Je älter die versicherte Person, und je höher der Lohn, desto höher sind die Beiträge in die Vorsorge.

Bei einem Startup soll die berufliche Vorsorge möglichst wenig Aufwand mit sich bringen sowie kostengünstig und sicher sein. Dafür eignet sich die Vollversicherung perfekt. Denn das Anlagerisiko sowie die Risiken Tod, Invalidität und Langlebigkeit sind voll den Versicherer gedeckt.

Wie die berufliche Vorsorge ausgestaltet wird, hängt vom Unternehmen, dessen Tätigkeitsgebiet (Branche) und der Mitarbeiterstruktur ab.

Wer seinen Mitarbeitenden eine attraktive Vorsorge bietet, hat gegenüber seinen Konkurrenten einen spürbaren Vorteil. Ein Ausbau zu Gunsten der Mitarbeitenden lohnt sich also. Gleichzeitig lässt sich der Vorsorgeplan an die allenfalls etwas höhere Risikobereitschaft und -fähigkeit des Unternehmens anpassen: Eine teilautonome Stiftung erlaubt in diesem Fall im Anlageteil etwas höhere Risiken einzugehen und dafür auch mehr Ertragschancen zu haben. Die Risiken Tod und Invalidität bleiben weiterhin voll abgesichert.

Document Signing

Geld sparen lässt sich mit Online–Lösungen, welche die meisten der grossen Versicherer anbieten. Hier lässt sich durch schlanke und einfache Prozesse Geld sparen. So kann die Administration, wie z.B. eine Lohn- oder Adressänderung, heute oft online selbstverwaltet werden. Diese Möglichkeiten führen zu einer deutlichen Reduktion des Aufwandes für eine KMU.

Haftpflicht, Cyberversicherung und Co

Versicherungen übernehmen die Kosten falls aussergewöhnliche oder unverschuldete Schäden eintreten. Das Abschliessen der richtigen Verträge kann eine Firma im Ernstfall vor dem Konkurs bewahren. Für praktisch jedes Risiko lässt sich eine Versicherung finden. Es gilt dabei zu beachten, welches Produkt oder welche Dienstleistung ein Startup anbietet. Ein IT-Startup hat natürlich andere Anforderungen an eine Versicherung, als ein Jungunternehmen, welches Maschinen zur Herstellung des Produkts benötigt. Dort ist der Schutz der Produktionsgüter wie Maschinen, Einrichtung und Lager, sowie die Abdeckung von Transport- und Montagerisiken wichtig.

Das Abschliessen der richtigen Verträge kann eine Firma im Ernstfall vor dem Konkurs bewahren.

Zwar sind Versicherungen wie Dritthaftpflicht und Schutz der Betriebsmittel nicht obligatorisch, aber letztlich eben unverzichtbar. Die Betriebshaftpflichtversicherung entschädigt Ansprüche Dritter aus Personen- und Sachschäden. Eingeschlossen sind Vermögensfolgeschäden, die aufgrund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen gegen ein Unternehmen erhoben werden, wenn diese auf einen versicherten Personenschaden oder einen dem Geschädigten zugefügten versicherten Sachschaden zurückzuführen sind.

 

Existenzbedrohende Risiken absichern

Jungunternehmer verfügen meist über beschränkte finanzielle Mittel. Darum ist es entscheidend, die existenzbedrohenden Risiken zu ermitteln und sie mit möglichst liquiditätsschonenden Lösungen abzudecken. Eine ideale Lösung lässt sich im Laufe der Unternehmensentwicklung möglichst einfach anpassen. Auf „Nice to have“-Lösungen sollte verzichtet werden. Wichtig ist auch, alle Phasen des Unternehmens-Lebenszyklus einmal durchzuspielen – vom Startup über Erfolg und Krisen bis zum Generationenwechsel.

Vor einem Vertragsabschluss lohnt es sich auf jeden Fall, verschiedene Offerten und Modelle zu vergleichen.