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Welche Unternehmen können von der SAP HANA Datenbank und S/4HANA auf IBM Power Systems profitieren?

Technologie Seit Ende 2015 ist HANA auf IBM Power Systems mit IBMs innovativer POWER8-Architektur und -Prozessoren verfügbar. Kürzlich wurde nun aber die nächste Generation der POWER-Architektur, die POWER9, vorgestellt. Dies neue Generation ist noch stärker auf die Bedürfnisse von SAP HANA ausgerichtet und verspricht mit der durch H gekennzeichneten Modelle H922 und H924 bereits für den Einsatz mit SAP HANA vorkonfigurierten Server-Modellen.

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Die POWER-Architektur wurde für sehr datenintensive Workloads wie HANA konzipiert und umfasst leistungsstarke integrierte Virtualisierung, die SAP-zertifiziert ist, sowie zahlreiche Merkmale zur Verbesserung der Zuverlässigkeit.

Überlegungen bezogen auf Power sind nicht für alle SAP-Kunden dieselben. Kunden, die HANA aktuell auf einer Appliance mit Commodity-Architektur betreiben, müssen andere Aspekte berücksichtigen als Kunden, die SAP-Anwendungen mit einer herkömmlichen Datenbank auf Power betreiben. Weiterhin sehen sich Kunden, die aktuell überhaupt keine SAP-Software verwenden, wieder ganz anderen Herausforderungen gegenüber. Nachfolgend möchten wir vier Kundentypen anschauen, welche vom HANA auf POWER9 profitieren können:

Vier Kundentypen, die von HANA auf POWER profitieren können

 

 1.    Unternehmen mit bestehenden HANA Appliances, bei denen eine Aktualisierung ansteht

Viele Unternehmen sind bereits vor vier Jahren mit HANA Appliances auf Commodity-Architektur bei HANA eingestiegen. Damals war das die einzige verfügbare Lösung. Sie sehen sich nun einer kostspieligen horizontalen Skalierung zum Ausbau oder möglicherweise einer vollständigen Aktualisierung der Technologie gegenüber. Aufgrund ihrer geringeren Zuverlässigkeit werden Appliances auf Commodity-Architekturen häufig mit mehreren Einheiten für Failover-Zwecke vertrieben. Diese Praxis hat dazu geführt, dass der Platzbedarf von Rechenzentren gestiegen ist — was hohe Aufwendungen für Kühlung und Energieversorgung, Wartung sowie Personalkosten erfordert. Die Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit von Appliances verweisen zudem auf ein grösseres Problem: BW mag nicht unternehmenskritisch sein, aber S/4HANA wird dies in der Zukunft werden.

Da HANA auf Power nun verfügbar ist, können Unternehmen mit BW auf einer Appliance überlegen, ob sie von einem Wechsel zu HANA auf Power profitieren möchten, um Platzbedarf zu reduzieren, die Flexibilität und die Leistung zu verbessern, grössere Zuverlässigkeit zu erzielen, und weniger Workloads auf einem geringeren Footprint zu konsolidieren. Eine Umstellung auf Power hat keine Schwierigkeiten aufgrund mangelnder Qualifikationen zur Folge — die Unternehmen betreiben HANA mit demselben Linux-Betriebssystem (OS).

TDI ist den Unternehmen möglicherweise unvertraut, was jedoch kein Hindernis darstellen muss. TDI bietet eine deutlich höhere Flexibilität, wenn es um die Auswahl der richtigen Server-, Speicher- und Netzwerkhardware zur Integration von SAP HANA in das Rechenzentrum geht. Bei Kunden, die Power nicht in ihrem Rechenzentrum haben, umfasst TDI die Auswahl des richtigen POWER9-Systems mit einer SAP-TDI-zertifizierten Speicherlösung. Dabei werden die Best Practices von SAP für die Netzwerkgestaltung berücksichtigt und die Softwareinstallation erfolgt gemäss den SAP Anforderungen. IBMs GBS, SAP Active Global Support und eine Vielzahl externer Systemintegratoren, die als SAP-HANA-Installateure zertifiziert sind, können Support bieten.

IDC empfiehlt Unternehmen mit HANA-Appliances auf Commodity-Architektur, bei denen eine Aktualisierung der Technologie erforderlich ist bzw. ein Ende des Leasingzeitraums erreicht wird, oder Unternehmen, die einen Infrastrukturumbau aus anderen Gründen in Erwägung ziehen (beispielsweise zum Wechsel auf die hybride Cloud), HANA auf Power zu berücksichtigen.

2.    Unternehmen mit Commodity-Architektur, die zu SAP HANA wechseln

Unternehmen, die ihre Rechenzentren auf Commodity-Architektur betreiben und noch nicht zu SAP HANA gewechselt haben, stehen nun vor der Wahl zwischen Appliances auf Commodity-Architektur und Power Systems. Selbst wenn sie noch nie Power im Rechenzentrum gehabt haben, bedeutet der Start mit dieser Plattform heute ein leistungsstarkes Linux-System mit bedeutenden Prozessorvorteilen. IBM hat in der letzten Zeit Dutzende neuer Kunden für SAP HANA gewonnen, die zuvor Power Systems nicht hatten und mit der Power-System-Architektur zufrieden waren.

Manche Kunden zögern im Hinblick auf TDI, wenn ihrem Unternehmen das Konzept nicht vertraut ist. SAP bietet im Hinblick auf TDI für Power gute Ressourcen und IBMs Ansatz im Hinblick auf TDI ist identisch mit den Vorgaben von SAP. Darüber hinaus unterstützen die Geschäftspartner und Händler von IBM die Unternehmen bei der Umsetzung von TDI. Manche Händler bieten einen etwas anderen Ansatz an, indem Bündel der erforderlichen Hardwarekomponenten, Dienste und des SUSE Betriebssystems angeboten werden. Hierbei handelt es sich nicht um Appliances, obwohl die Angebote als Pakete vertrieben werden.

Diese potenziellen HANA-Kunden betreiben in der Regel stark virtualisierte Rechenzentren. Was sie an der Plattform SAP HANA auf Power schätzen werden, sind die leistungsstarken Virtualisierungskapazitäten und die Tatsache, dass sich PowerVM und PowerVC nahtlos mit OpenStack-Managementtools integrieren lassen. So lässt sich HANA auf Power problemlos in die vorhandene virtualisierte Infrastruktur einbinden.

3.    Unternehmen mit einer herkömmlichen Datenbank und SAP-Anwendungen auf Power

Es gibt viele Unternehmen, die ihre SAP-Geschäftsanwendungen auf IBM Power mit einer herkömmlichen Datenbank betreiben (wie Oracle oder DB2). Für sie umfasst der Wechsel zu HANA (BW auf HANA, Suite auf HANA oder S/4HANA) ihre unternehmenskritischen Prozesse und Daten. Andererseits bietet ihnen die Migration zu SAP HANA auf Power eine signifikante Verbesserung der Datenbankleistung, eine leichtere Verwaltung und die Verarbeitung grosser Volumina von Geschäftsdaten sowie schnellere Benutzerreaktionszeiten für die In-Memory-Verarbeitung von Transaktionen.

Unternehmen können zudem mit TDI die Auswahl von Server, Speicher und Netzwerk uneingeschränkt nutzen, einschliesslich Kosteneinsparung durch die Nutzung vorhandener IT Bestände wie der bereits installierten POWER8-Systeme. Mit fortschreitendem Umstieg auf SAP HANA-basierte Anwendungen können diese Unternehmen problemlos Ressourcen von der herkömmlichen Umgebung auf das wachsende HANA-Portfolio verlagern.

4.    Unternehmen mit Power, die kein SAP haben

Eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Unternehmen, darunter viele AS/400-Kunden, betreiben Power mit einer anderen Datenbank als HANA sowie Geschäftsanwendungen von anderen Anbietern als SAP. Für diese Organisationen bedeutet der Wechsel zu SAP HANA oder S/4HANA eine Migration von sowohl der Datenbank als auch der Anwendungen, was im Wesentlichen einer Umgestaltung ihrer Geschäftsumgebung entspricht. Dies stellt keine einfache Entscheidung dar.

Viele dieser Unternehmen ziehen es vor, Power weiter zu verwenden, da sie darin investiert haben und Power kennen, was die Migration vereinfacht. Zudem gilt, dass sie — sobald das Gespräch über eine Migration weg vom bestehenden RDBMS einmal angestossen ist — meist nicht darauf aus sind, dieses durch ein anderes herkömmliches RDBMS zu ersetzen. Damit haben sie im Wesentlichen zwei Optionen: eine Open-Source-Datenbanklösung (z. B. EnterpriseDB) oder SAP HANA auf Power.

Wie bereits diskutiert, läuft HANA auf hochleistungsfähiger Hardware wie POWER9 optimal. Als InMemory Database läuft das System am besten mit qualitativ hochwertigem Speicher und umfangreichen Speicherkapazitäten, wie Power sie bietet. Darüber hinaus läuft HANA auf einem einzigen Knoten am effizientesten. Unternehmen mit vertikal skalierbaren POWER9 Systemen, die kein SAP nutzen, können unmittelbar von HANA oder S/4HANA profitieren. Sie können diesen Wechsel behutsam einleiten, indem mit einer oder zwei VMs begonnen und dann ausgebaut wird. So können sie auf ihrer bevorzugten Plattform bleiben und gleichzeitig die verbesserte Leistung der InMemory-Plattform HANA oder S/4HANA nutzen.

Für weitere Abklärungen, sollte man sich an zertifizierte IBM Power Reseller wenden. Die WIRD Group mit Standorten in der ganzen Schweiz ist IBM Platinum Business Partner und wurde soeben von IBM als «POWER Reseller of the Year» ausgezeichnet, bereits zum vierten Mal in Folge.

Autoren:

Peter Rutten, IDC

Michael Gähwiler, WIRD Group

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